Kontakt: Prof. Dr. Andreas Voigt, voigt@ifoer.tuwien.ac.at

„Raumplanung 2.0“
Neue Medien verändern zunehmend die Art der zwischenmenschlichen Kommunikation. Sie verändern auch die Art und Weise, wie sich Gesellschaft organisiert. Was bedeutet dies für die Raumplanung und die Organisation von Planungsinstitutionen und Planungsprozessen?

Planungsprozesse als Lernprozesse gestalten
Der gebaute Raum ist Ausdruck der Planungs- und Baukultur einer Gesellschaft einer Zeit. Grundlegende Veränderungen in der physischen Umwelt setzen daher immer ein Umdenken voraus. Spielt das Thema „Lernen“ daher eine zentrale Rolle in Planungsprozessen? Wenn ja, wie kann dies gelingen und klug organisiert werden?

„Transition Town“
Können unsere Orte und Städte in nachhaltige Lebensräume übergeführt werden? Wenn ja, wie würden diese konzipiert sein müssen und wie könnte ein solcher Veränderungsprozess verlaufen? Dies soll am Beispiel von ausgewählten Lebensräumen veranschaulicht werden.

Baulandreserven
Viele (vor allem ländliche) Gemeinden verfügen über Baulandreserven von 30-40% gemessen am gesamten Bauland. Das bedeutet, dass nahezu die gesamte Ortsbevölkerung nochmal untergebracht werden könnte. Für viele, vor allem bevölkerungsschwache Regionen stellt dieses Phänomen eine zentrale Herausforderung für die Ortsgestaltung in den nächsten Jahren und Jahrzehnten dar. Wie kann damit umgegangen werden und wie könnten Strategien am Beispiel von ausgewählten Gemeinden aussehen?

Verbindliche Bauleitplanung in Deutschland
Aufgabe der verbindlichen Bauleitplanung ist es, die bauliche und sonstige Nutzung der Parzellen in einer Kommune nach Maßgabe des Baugesetzbuches (BauGB) vorzubereiten bzw. zu leiten, sie ist damit ein wichtiges Instrument der Stadtentwicklung und Stadtgestaltung. Darstellung und Diskussion von Entwurfsvarianten (Bauleitplanentwürfe), Verfahrensabläufe sowie Beteiligungsverfahren anhand von konkreten Beispielen.

Funktion und Stellung des Bebauungsplanes und der Bebauungsplanung in der Schweiz
Darstellung und Diskussion von maßgeschneiderten stadträumlichen Lösungen für komplexe Aufgabenstellungen, Verfahrensabläufe sowie Beteiligungsverfahren anhand von konkreten Beispielen in der Schweiz.

Bebauungsplanung in Österreich
An Hand des Vergleiches der Systematik und gängigen Praxis in ausgewählten österreichischen Bundesländern sollen Bewährtes, Innovationen und inhaltliche wie methodische Problemstellungen, mit denen besonders achtsam umgegangen werden muss, herausgearbeitet werden und zur systematischen Weiterentwicklung beitragen.

„Komplexe Probleme lösen“
Für ausgewählte komplexe stadträumliche Problemstellungen sollen „maßgeschneiderte“ Lösungen für Planungsprozesse, Verfahrensabläufe und korrespondierende raumbezogene Konzepte entwickelt oder an vorliegenden Beispielen hinsichtlich ihrer Verallgemeinerbarkeit und Weiterentwicklung zur Diskussion gestellt werden

Bebauungsplanung und Regenwassermanagement
An Hand von räumlich differenzierten Forschungslaboren sollen – vor dem Hintergrund von Klimawandel und der Knappheit des Gutes Wasser – innovative Lösungen für das Regenwassermanagement und dessen Integration in die Bebauungsplanung diskutiert werden.

Erkundung von Potenzialen und Strategien der Innenentwicklung
Die Transformation und Erneuerung der Bestände ist für die weitere Entwicklung europäischer Siedlungs- und Bebauungsstrukturen – unabhängig von ihrer Größe und den demografischen Rahmenbedingungen – von zentraler Bedeutung. Aufbauend auf einer systematischen Erkundung der Potenziale der Innenentwicklung sollen strategische Konzeptionen entwickelt werden. Die Berücksichtigung qualitativer und quantitativer Aspekte, Aspekte der Energieraumplanung, das schrittweise Vorgehen und die Akzeptanz der Eingriffe sollen besondere Beachtung finden. Als Schlüsselräume werden benannt: Vorarlberg-Rheintal, Wien-Niederösterreich, Zentralraum Oberösterreich, Tirol-Inntal, Zentralraum Kärnten, Zentralraum Salzburg.

Planungsprinzipien für die Gestaltung kooperativer, Dialog-orientierter Planungsprozesse
Ein innovativer kooperativer Planungsprozess hat vor etwa 40 Jahren vor dem Hintergrund der Konzeption eines dauerhaften Hochwasserschutzes für Wien zur Gestaltung der Wiener Donauinsel als Erholungs- und Freizeitparadies geführt. Der überaus erfolgreiche Planungsprozess ist in der Fachwelt als "Wiener Modell" publiziert. 25 Jahre nach Vollendung der Wiener Donauinsel soll – vor dem Hintergrund aktuell laufender Verfahren (u.a. „Testplanungen“) – den Prinzipien für die erfolgreiche Gestaltung kooperativer Planungsprozesse nachgegangen werden.

Indikatorensysteme für eine nachhaltige und resiliente Stadt- und Raumentwicklung
Die Beobachtung der Veränderungen von Raumsystemen über einen längeren Zeitraum und eine darauf gründende Bewusstseinsbildung bei allen am Planungsprozess Beteiligten samt Konzeptionen für erforderliche „Kurskorrekturen“ könnte wesentlich zum Erhalt oder zur Gestaltung lebenswerter Räume beitragen. Dazu sind geeignete Indikatorensysteme für eine nachhaltige und resiliente räumliche Entwicklung notwendig.

 

Straßenräume

(Kontakt: Dr. Emanuela Semlitsch, semlitsch@ifoer.tuwien.ac.at)

Straßenräume sind zentrale und wesentliche öffentliche Räume in einer Stadt. Sie materialisieren gesellschaftliche Veränderungen und sind damit Spiegel und Brennpunkt einer Gemeinschaft, welche sich in einem laufenden Transformations- und Aushandlungsprozess befindet. Jeder Eingriff in die physische Gestalt von Straßenräumen verändert immer auch den Gebrauch und die Wahrnehmung von Stadt wie auch die Produktion des sozialen Raumes.

 

Mögliche Themenschwerpunkte:

Das Bild der Straße: Welche Bilder erzeugen, assozieren und transportieren wir mit dem Begriff der Straße? Was blenden wir aus? Wie können wir Bilder transformieren?

Materialität der Straße: Die Straße mit ihrer Infrastruktur auf, über und unter der Straße als als sinnlich erfassbarer Erlebnis- und Kommunikationsraum. Woraus entsteht die Straße als Ort?

Die Vermessung der Straße: Wie und in welchen Einheiten lässt sich der Straßenraum vermessen? Wie können „neutrale“ Maßangaben übersetzt werden in erlebbare Maßstäbe und Räume.

Gehen | Sitzen | Warten: Die Straße bestimmt zu einem großen Teil unsere Bewegung in und durch die Stadt. Welche Möglichkeiten für Bewegung und Aufenthalt bietet die Linearität der Straße mit ihren rhythmischen Abfolgen an Elementen und Abschnitten?

Erinnern | Bedeuten: Wie gehen wir um mit Überbleibseln, Relikten, Erinnerungen und Denkmälern? Für wen bedeutet die Straße was? Wie lässt sich Straße lesen und übersetzen?

(Un)Sichtbarkeit: Wer bzw. was wird im Straßenraum sichtbar? Was bleibt unsichtbar? Welche Muster werden erkennbar und wie gehen wir damit um?